Organisator: Feuerwehr Ellwangen, Ort: Feuerwache

6. Ellwanger Blaulichttag 2022

Der Ausrichter des 6. Ellwanger Blaulichttages war die Ellwanger Feuerwehr. Wie schon bei ihrer Premieren-Ausrichtung 2015, fand auch dieser Blaulichttag am 18.09.2022 auf dem eigenen Gelände des Feuerwehrgerätehauses statt. Trotz schlechtem Wetter kamen zahlreiche Besucher, um sich über die Arbeit der Blaulichtorganisationen zu informieren.

 

Bericht der Schwäbischen Post vom 19.09.2022:

Ellwanger Wehr als Gastgeber hat alle Hände voll zu tun – Besucherandrang ist enorm

Fast jeden Tag wird man mit Blaulicht und dem Martinshorn konfrontiert. Hilfskräfte eilen an einen Unfall-, Brand-, oder Katastrophenort. Fast hat man sich schon daran gewöhnt, vergisst aber, dass dahinter meist ehrenamtliche Helferinnen und Helfer stehen, die Menschen zu Hilfe eilen. Einen Einblick in diese Einsatzhilfe, verbunden oft mit hohem Aufwand, haben die sechsten Blaulichttage auf dem Gelände der Ellwanger Feuerwehr gegeben. Hier erfuhr man hautnah, wie diese Organisationen funktionieren, aber auch zusammenarbeiten.

Das Wetter war eher durchwachsen und am Vormittag nieselte es und gerade mal neun Grad waren auch nicht dazu geeignet, die Leute hinter dem Ofen hervorzulocken. Und doch: Ab 11 Uhr strömten wahre Menschenmassen auf das Gelände rund um das Ellwanger Feuerwehrhaus. Der Tag entpuppte sich als Familientag, denn Erwachsene und Kinder zog es zum sechsten Blaulichttag. Für die Kinder war es ein wahres Erlebnis, denn wo sonst konnte man sich hinter das Steuer eines Polizei-Streifenwagens klemmen oder in ein Feuerwehrauto klettern. Doch hinter dem Blaulichttag verbirgt sich weit mehr als Kinderinteresse, denn jeder Erwachsene weiß, dass dahinter oft die Rettung von Menschenleben steht.

Feuerwehr, DRK, Malteser Hilfsdienst, DLRG, THW oder Polizei sind Hilfsorganisationen, denen man fast täglich in irgendeiner Weise begegnet. Die Feuerwehr als Gastgeber der sechsten Blaulichttage zeigte in einer Fahrzeugschau 15 ihrer Fahrzeuge, angefangen von der großen Drehleiter bis hin zum Einsatzleitungswagen. An einem Opel wurde mit einer großen Seitenöffnung mittels Stempel, Rettungshydraulik und Spreizschere gezeigt, wie man die Verletzten aus dem Auto retten kann. Das THW ließ Blicke durch eine Wärmebildkamera zu, die dabei hilft, vermisste Menschen oder Tiere zu finden, ebenso das seismografische Gerät, mit dem man kleinste Erschütterungen zum Beispiel von verschütteten Menschen orten kann. Die Polizei leistete Präventionsarbeit in Sachen Sicherheit für Radfahrer aber auch Einbruchschutzvorbeugung zum Beispiel durch gesicherte Fenster, bis hin zu Verkehrssicherheiten und den häufig unfallträchtigen Pedelecs oder E-Scootern. In einem Auto samt Fahrsimulator konnte man sein Reaktionsvermögen testen und lernen, dass man mit 1,1 Promille auf keinen Fall mehr unterwegs sein sollte.

Im großen Bevölkerungsschutzmobil-Container waren viele Hilfsorganisationen vertreten und dort lernte man beim Malteser Hilfsdienst und Roten Kreuz, wie eine lebensrettende Herz-Lungen-Wiederbelebung in Verbindung mit einem Defibrillator funktioniert. Mit virtuellen Brillen nahm man einen Löschangriff vor und wer Lust hatte, zog sich Feuerwehrklamotten an und ließ sich in der Fotobox vor flammendem Hintergrund fotografieren. Beim DLRG lief ständig das Baderegeln-Lied und dort erfuhr man auch, wie man sich nach einem Einbruch durch die Eisdecke eines Sees richtig verhält. Im DRK-Rettungswagen konnte man Probeliegen, was aber den einen oder anderen abhielt: „Ich schau mir so was lieber von außen an“, hörte man. Beim Malteser Hilfsdienst konnten schon die Jüngsten auf einer Einsatz-BMW Platz nehmen und sich von den stolzen Eltern fotografieren lassen.

In der leergeräumten Fahrzeughalle konnte man für sein Fahrzeug einen QR-Code generieren, den man im Fahrzeug anbringt und der die Arbeit der Feuerwehr bei einem Unfall erleichtert und nicht zuletzt gab es da die Notfallseelsorge, die sich um die Betreuung von traumatisierten Einsatzkräften nach einem Einsatz kümmert. In der Halle selber herrschte ab 11 Uhr Hochbetrieb und viele wollten mit Essen und Trinken versorgt werden. „Wir haben rund 500 Plätze zur Verfügung, aber um die Mittagszeit sind alle belegt“, sagte Rainer Babbel, seines Zeichens zukünftiger Stadtbrandmeister. Und Moritz Feil als Abteilungskommandant und Verantwortlicher für die sechsten Ellwanger Blaulichttage brachte es im Gespräch mit unserer Zeitung auf den Punkt: „Wir sind begeistert von der riesigen Resonanz. Das zeigt uns, dass die Arbeit der Blaulichtorganisationen von der Bevölkerung geschätzt wird“, sagte er und er zeigte sich froh, dass alles so reibungslos über die Bühne gegangen ist. Insgesamt, so Feil, seien von den 70 Feuerwehrmännern- und Frauen rund 50 allein für das Wohl der vielen Besucher abgestellt worden. Hut ab vor der logistischen Leistung der Feuerwehr und Hut ab vor den Hilfsorganisationen, die sich von ihrer besten Seite präsentiert haben.

Text- und Bildquelle: https://www.schwaebische.de/regional/ostalb/ellwangen/blaulichttag-wird-zu-riesigem-erfolg-20563